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Nymphensittich
(Nymphicus hollandicus)

Beim Nymphensittich wusste man lange nicht, ob er zu
den Kakadus oder den Plattschweifsittichen gehört. Nach neusten Erkenntnissen wird er
jetzt der Familie der Kakadus zugeordnet. Er kann bei guter Pflege und ausgewogener
Ernährung 15-20 Jahre alt werden. Jedoch benötigt er tägliche Beschäftigung durch den
Menschen und dies sollte bevor man sich ein solches Tier anschafft gut bedacht werden.
Der Nymphensittich stammt aus Australien. Er lebt
dort in der weiten Gras- und Buschsavanne und hat sich diesen Gegebenheiten hervorragend
angepasst. Durch seine großen Flügel, schlanken Körper und langen Schwanz kann er
schnell und ausdauernd fliegen, wodurch er bei Dürre oder Buschbränden in der Lage ist
bei der Suche nach Wasser und Futter erfolgreich zu sein. Als Nahrung dient ihm
überwiegend Grassamen die er vom Boden aufliest oder von gerade reif gewordene Rispen
klaubt. Seine natürlichen Feinde sind Falken die in der Nähe von Wasserstellen lauern
und die Sittiche im Flug zu erbeuten versuchen. Daher schützen
sich die Sittiche die durch Formationsflug davonfliegen und nur kranke und alte Tiere
zurückbleiben die dem Räuber zum Opfer fallen. Der Nymphensittich liebt es wenn er
gelegentlich mit der Blumensprühe mit lauwarmen Wasser besprüht wird.
Die Paare sondern sich zur Brutzeit ab. Die Gelege
werden in ausgehöhlten Eukalyptusbäumen abgelegt, wo Warane und Schlangen den Eiern und
Jungtieren gefährlich werden können. Es findet im Gegensatz zu
anderen Papageienarten keine Partnerfütterung statt. Beide Partner brüten abwechselnd.
Maße und Gewicht
Länge: 28-34 cm
Gewicht: ca. 90 Gramm
Geschlechtsunterschiede werden meist
erst nach der ersten Mauser deutlich sichtbar. Beide haben als Jungvogel einen gelb mit
Fischgrätenmuster gezeichnete Unterseite des Schwanzes, der später nur bei der Henne
bleibt.
Umgebung und Verhalten
Der Nymphensittich kann hervorragend
klettern. Die Verwandtschaft zum Kakadu ist in der aufstellbaren Federhaube und dem
Ohrfleck (wie z.B. bei Gelbwangenkakadu) zu erkennen. Die Nestlinge haben ebenso wie beim
Kakadu eine gelbliches Daunengefieder. Sie wachsen das ganze Leben lang nach und zerreiben
sich zu Puder (Federstaub), mit dem das Gefieder gepflegt wird. Der Sittich sitzt gerne
oben im Baum um von dort einen besseren Überblick zu haben. Sein Sehvermögen und sein
Gehör sind hervorragend. Lautes kreischen bedeutet, das sie ihren Partner aus den Augen
verloren haben, was sie auch beim Menschen als Partner gelegentlich tun. Der
Nymphensittich lernt sprechen nur durch das Gehör und erkennt seinen Menschen schon von
weitem. Es hat ein erstaunlich gutes Gedächtnis, was ihn auch Personen wieder erkennen
läst, die länger Abwesend waren. In de Voliere sollten auf jeden Fall Naturäste in
verschiedenen Stärken vorhanden sein (von Obstbäumen, Haselnuss, Weide, Pappeln, Eschen
und Eberesche) zum Benagen für die Mineralstoffaufnahme und zum
Klettern.
"Pia"
ist eine "Weiße" -Henne:
"Piep"
ist ein "Schecke":
Nahrung
Der Nymphensittich ist eine
Feinschmecker. Er nimmt die Nahrung mit dem Schnabel vom Boden auf. Mit seiner fleischigen
Zunge tastet er die Nahrung genauestens ab, ob es ihm schmecken könnte oder nicht.
Im Handel angebotenen Futtersorten (Großsittichfutter) befinden sich meistens zu viele
ölhaltige Sämereien (Lein- und Negersaat, weiße und gestreifte Sonnenblumenkerne,
Erdnüsse, Kardisaat, Kürbiskerne und Hanf) , so dass die Sittiche schnell zu
Fettleibigkeit neigen und dies führt über lang oder kurz zum Tode. Diese Saaten sollten
jedoch nur zu höchsten 20% des Körnerfutters ausmachen (auch bei in der Außenvoliere
gehaltenen Vögeln). Die weitere Mischung sollte zu 50% aus Glanz (auch Spitz- oder
Kanariensaat) und 30% aus verschiedene Hirsesorten, wie z.B. Silber-, Plata-, Janpan-,
Gold-. Manna- und Senegalhirse, wie in gutem Wellensittichfutter, bestehen. Ölhaltige
Saaten, wie o.g. können ranzig und damit giftig werden, wenn diese nicht frisch sind.
Ebenso benötigt der Nymphensittich frisches Obst und Gemüse in Form von Apfel, Birne,
Salatgurke, Möhren, Rosenkohlblättchen, Brokkoli, Salat (natürlich unbehandelt),
Weintrauben, Erdbeeren, Kirschen, Hagebutten (kann man auch einfriere für den Winter),
Feuerdorn, Weißdorn, Schwarzdorn, Ebereschen u.v.m. Zusätzlich sollte auf jeden Fall
eine Kalkmineralstein oder Sephiaschale und Vogelgrit in der Voliere vorhanden sein, das
die Knochen-, Ei- und Federbildung unterstützt. Neben Kalzium und Phosphor spielen die
Mineralien eine große Rolle, ferner die Spurenelemente Eisen, Kupfer, Mangan, Zink, Jod,
Kobalt und andere. Alles befinden sich im Grünfutter sowie Obst und Gemüse.
Schokolade, Kekse, Bonbons,
Salzstangen und Käse etc. gehören nicht auf den Speisplan. Es kann dadurch
zu Krämpfe und Durchfall bekommen, was letztlich tödlich sein kann.
Brut
"Maxi" ist ein wildfarbener Hahn:

Während der Brut- und
Aufzuchtszeit
sollte täglich Keimfutter gereicht werden , da dies den besten Ersatz für den in
Australien herrschenden Überfluss an halbreifen Samen zur Brutzeit darstellt.
Etwa 1 Woche nach der Paarung beginnt
das Weibchen zu legen. Insgesamt 4-6 Eier. Es wird dabei jeden zweiten Tag ein Ei
abgelegt. Die Eltern halten sich zwar viel im Nistkasten auf, beginnen jedoch erst nach
dem 2. oder 3. Ei mit der Brut. Das Weibchen brütet Nachts und je nach dem wie eifrig das
Männchen brütet auch am Tage, sonst sterben die Embryonen ab. Nach ca. 18-20 Tagen
schlüpfen die Jungen, so dass die ersten 2 oder 3 am gleichen Tag erscheinen. Die
restlichen Jungen schlüpfen meist 2 Tage später, werden aber von den Altvögeln trotzdem
gut gefüttert. Beim Schlüpfen wiegt das Küken ca. 5 Gramm. Mit ca. 1 Monat fliegen die
Jungen nach Probeflügelschlagen im Nistkasten aus. Mit 45 Tagen sind sie selbständig.
Sie wurden in den vergangenen 14 Tagen fast ausschließlich vom Vater gefüttert und haben
gelernt selbst die Körner zu entspelzen und zu fressen. Jetzt wiegen sie fast 80 Gramm.
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